Königlich Preußisches Infanterie Regiment “von Wartensleben” (N° 59)

Caesar Scipio (Sohn)

Chronik der Familie "Von Wartensleben"

08.04.1785 - 29.12.1851

Caesar Scipio Alexander  Reichsgraf und Graf von Wartensleben

1796

besuchte seit seinem 11. Lebensjahr die Ritterakademie in Liegnitz, wo sein Vater gerade stationiert war. 

01.09.1797

Eintritt in das Infanterie-Regiment "Wartensleben" (No. 43)

25.07.1798

Erteilung einer Expectanz auf die Johanniter-Kommende Supplingenburg

07.10.1798

Ernennung zum Fähnrich

1799

Ernennung zum Leutnant

24.01.1803

Versetzung in das Königlich Preußische Infanterieregiment "Von Wartensleben" (No. 59), das sein Vater neu gründete. Bald darauf wurde er seinem Vater, dem Gouverneur von Erfurt, zur Dienstleistung überwiesen. In dieser Stelle blieb er bis zum Ausbruch des Krieges 1806. Er besuchte in dieser Zeit mit seinem Vater die Höfe von Gotha und Weimar, bei welchen er mehrfach neben Schiller saß und gerne bis ins hohe Alter von diesen Gesprächen erzählte. Goethe hinterließ bei ihm keinen so guten Eindruck, da er in den Hofzirkeln niemals auch nur ein Wort an den jungen Offizier richtete. 
Der Gunst des Herzogs Karl August von Weimar hatte er sich in solchem Maße zu erfreuen, dass sich dieser als Führer eines Preußischen Armee-Corps beim Ausbruch des Krieges ihn zum Adjutanten ausbat und auch erhielt.  

1806

Nach der Schlacht bei Jena zog sich das Corps nach Lübeck zurück und wurde dem General Blücher unterstellt, dem Caesar Sc. A. Reichsgraf und Graf von Wartensleben ebenfalls als Adjutant diente. Beim Sturm der Franzosen auf das Burgtor in Lübeck erhielt er einen Prellschuß ins Knie, welcher ihn für den Dienst in der Infanterie untauglich machte.
Nach der Genesung wurde ihm von Herzog Karl August befohlen, sich dem von General L`Estoq in Ostpreußen organisierten Armee-Corps anzuschließen.
Gleichzeitig sollte er einige wichtige Depeschen für den Zaren nach St. Petersburg mitnehmen und die Brillanten der Weimarer Erbgroßherzogin, der Großfürstin Paulowna, der Kaiserin Mutter bringen. Wartensleben trat die Reise von Schleswig nach St. Petersburg nur in Begleitung eines herzoglichen Lakaien an.
Auf dem Teil der Reise, die er zu Wasser zurück legen mußte, erlitt er einen Schiffbruch und mußte 14 Tage auf einer kleinen schwedischen Insel verbringen.
Nach dem Überschreiten der russischen Grenze wurde in einem Schneegestöber der Schlitten umgeworfen, wobei dieser zerbrach und die Schatullen mit dem Schmuck im Schnee verstreut lagen, die jedoch wiedergefunden werden konnten.
Nach Erledigung der Mission ging er zurück nach Preußen.

11.01.1807

Eintritt in ein Dragoner-Regiment, mit dem er an den Schlachten bei Preuß. Eylau, bei der Passarge und bei Braunsberg teilnahm. Nach dem Friedensschluß privatisierte er und erwarb das Gut Klein Wirsewitz bei Guhrau.

12.10.1812

Verleihung des Johanniter-Ordens

1813

Eintritt mit Genehmigung seines Monarchen in Sächsische Dienste. Als Rittmeister war er Adjutant des Gouverneurs von Torgau, General von Thielemann.
Nachdem dieser mit der Festung Torgau vor den Franzosen kapituliert hatte, erbat Wartensleben seinen Abschied und trat in die
Russisch-Deutsche Legion ein, mit der er an den Gefechten bei Villuhn, an der Göhrde, bei Schistedt und der Blockade von Harburg teilnahm.
Er erhielt den Annen-Orden 3.Klasse für das Gefecht bei Göhrde und den Wladimir-Orden 4.Klasse mit der Kokarde für das Gefecht bei Schistedt. 

31.03.1814

Verwundung im Gefecht bei Coutray

20.04.1814

Ernennung zum Major

09.07.1814

Eintritt in das Husaren-Regiment No. 1, in dem er bis zum 07.05.1817 blieb.

08.05.1817

Eintritt in das 9. Husaren-Regiment, in dem  er bis zum 14.05.1818 blieb.

15.05.1818

Eintritt in das 1. Kürassier-Regiment in Breslau

13.06.1825

Im 40. Lebensjahr wurde er auf "Inaktivitätsgehalt" gesetzt und verlegte seinen Wohnsitz nach Rawitsch.

1828

Er erwarb von der Königlichen Bank das Gut Osniczewo bei Thorn.

19.08.1833

Pensionierung mit dem "Charakter eines Oberstleutnant" und erhielt durch die Gnade des Königs als Zivilversorgung das Postamt in Inowraclaw (Hohensalza), das er von einem Postbeamten verwalten ließ. 

1842

Verlegung des Wohnsitzes nach Thorn

1847

Verlegung des Wohnsitzes nach Brandenburg

1849

Verlegung des Wohnsitzes in die Nähe von Grimma, wo er im Muldental die Villa "Boehlen" erwirbt.

29.12.1851

Nach seinem Tode am 29.12.1851 in Krippitz bei Srehlen wurde er am 02.01,1852 auf dem Friedhof im benachbarten Ruppersdorf unter dem militärischen Ehrengeleit der in Srehlen stationierten 4. Husaren begraben.

Caesar Scipio Alexander Reichsgraf und Graf zu Wartensleben hatte 16 Kinder. 
Zu den Nachfahren zählen u.a. die holländische Königin Beatrix.

(©2001) mit freundlicher Genehmigung von Dr. H.-J. Volkmann