Königlich Preußisches Infanterie Regiment “von Wartensleben” (N° 59)

Auerstedt

Als am 21.08.1802 der Generalleutnant Leopold Alexander Graf von Wartensleben an der Spitze des preußischen Korps von 3500 Mann durch das Krämpfertor zu Erfurt einzog, dachte noch niemand, dass bereits 4 Jahre später der Truppenverband zerfiel.

In den ersten Oktobertagen im Jahre 1806 kündigten sich bereits militärische Auseinandersetzungen mit Frankreich an. Bereits am 7. Oktober dringt Napoleon mit
160.000 Mann in Thüringen ein und eröffnet den Krieg. Gleichzeitig formiert sich Preußen, Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, begleitet vom Prinzen Louis Ferdinand, dem Herzog von Braunschweig sowie dem Fürsten Hohenlohe  treffen mit der Hauptarmee in Erfurt ein.

Denkmal in Hassenhausen

Nachdem am 05.10.1806 auf dem Anger eine große Truppenparade abgehalten wurde,  zogen die Truppen am nachfolgenden Tage ab. Unter ihnen auch  Bataillone des "Infanterie Regimentes  von Wartensleben (No. 59)". Zurück blieben das 3. Bataillon "von Wartensleben", das 3. Bataillon "von Zweiffel" sowie Truppen des Regiments "Kurfürst von Hessen". 

Tafel am Schloß Auerstedt

Am Morgen des 14.Oktober kam es um ca. 07:00 Uhr  in der Nähe von Poppel zum ersten größeren Gefecht. Bedingt durch starken Nebel wurde die preußische Kavallerie zweimal durch die schwächere französische Infanterie und Artillerie zurückgeschlagen. Verstärkt wurden die Franzosen bereits um 8:00 Uhr mit der Division "Friant". Erst im Laufe des Vormittags kamen die preußische Division "von Oranien" und "von Wartensleben" ins Gefecht. 

ehemaliges Schlachtfeld bei Hassenhausen

Da der Kampf um Hassenhausen ins Stocken geriet, sollte zur Unterstützung der Division "Schmettau" die  Division "von Wartensleben" nachrücken. Bereits in Auerstedt  geriet diese Division in starke Unordnung, da Sie beim Vormarsch  vom Troß des Hauptquartiers stark behindert wurde. Um sich über die Lage zu orientieren und die Divisionen anzufeuern, ritt der Herzog von Braunschweig persönlich  in die forderste Frontlinie. Hierbei ereilte ihm das Schicksal. Durch einen Kopfschuß wurde er so schwer verletzt, dass er weiterhin den Oberbefehl nicht mehr ausüben konnte. Er starb am 10.11.1806 an dieser Verletzung.

Aufmarsch Division Wartensleben
vor Auerstedt

Der Ausfall des Oberbefehlshabers und die zögerliche Führung der Truppenteile durch den preußischen König und seiner verbliebenen Generäle verhalf Napoleon zum Sieg.

Am 15.10. 1806 trafen der Prinz von Oranien  (Schwager des Königs von Preußen) und Generalfeldmarschall von  Möllendorf in Erfurt ein. Man verhandelte entgegen dem Willen des Festungskommandanten Major von Prueschek über eine ehrenvolle Kapitulation. Die Unterzeichnung fand am 15.10.1806 um 23:00 Uhr statt. Die Offiziere durften ihre Säbel und Gepäck auf Ehrenwort behalten, die Mannschaften der verbliebenen Truppen, u. a. Reste des Infanterie Regimentes No. 59 wurden gefangen genommen.

Letzte Truppenteile des Infanterie Regimentes No. 59, die bei Auerstedt kämpften, kapitulierten schließlich am
11.11.1806 in der Festung Magdeburg. Ab diesem Zeitpunkt existierte das Regiment nicht mehr.

Denkmal
Herzog von Braunschweig